Der Pfarrer

 

Nach dem Wechsel des langjährigen Stadtpfarrers Nikola Prskalo nach Steyr ist für ein Jahr Slawomir Dadas als Pfarrprovisor bestellt.

Stationen meines Lebens

Polen

Ich wurde in Garwolin, ca. 60km südöstlich von Warschau, geboren und bin dort aufgewachsen. Im Rückblick bin ich für drei Bereiche meiner Kindheit und Jugend besonders dankbar: für die Familie, für die Pfarre und für den Badmintonverein.

Zuhause habe ich erfahren, dass der Glaube selbstverständlich zum Leben gehört, aber nicht einengt, keine Angst macht, sondern für mich Stärkung und Befreiung bedeutet. Durch die Arbeit meiner Eltern in einer neuropsychiatrischen Klinik lernte ich psychisch oder körperlich beeinträchtigten Menschen ohne Scheu zu begegnen.

Die Pfarre war ein Ort der Begegnung mit Gott und mit den anderen Kindern und Jugendlichen, die sich für bestimmte Werte einsetzten und diese leben wollten. Dort erfuhr ich eine lebendige Gemeinschaft, die die Feier der Liturgie altersgerecht gestaltete und aus dem Gebet Kraft schöpfte.

Der Sport begleitet mich seit meinem 12. Lebensjahr. Das Badminton Training war eine Schule, in der ich lernte, dass man nur mit Ausdauer viel erreichen kann und die Turniere lehrten mich, bei den Siegen nicht abzuheben und bei den Niederlagen nicht aufzugeben.

In Österreich seit 1989

In Linz ist mir Oberösterreich zur neuen Heimat geworden. Hier haben ich viele tolle Menschen kennengelernt, einige Freundschaften geschlossen, neue Zugänge zur Theologie gefunden, mich von „Leonding über Linz undHörsching bis nach Wels hinaufgearbeitet“☺. In der Begegnung mit verschiedenen Glaubensgeschichten ist auch mein Glaube gewachsen, ich möchte sagen, „barmherziger“ und kritischer geworden; barmherziger solchen Menschen gegenüber, die Lebensbrüche erfuhren und trotzdem an Gott festhalten und kritischer denen gegenüber, die sich zwar auf christliche Traditionen berufen, aber sie nicht wirklich leben; die unsere christlichen Bräuche und Feste nicht als Begegnung mit Gott, sondern als einen Teil ihres Konsums betrachten.

Neuguinea/Orient

Durch meinen 6-monatigen Aufenthalt in Papua Neuguinea (1994) und durch die Tätigkeit im Verein „Initiative Christlicher Orient“ (seit 2014) fühle ich mich als Teil einer weltweiten Kirche. Menschen, die mit drei Süßkartoffeln am Tag zufrieden sind oder Menschen, die aufgrund ihres Glaubens im Orient verfolgt werden, lassen mich die Kirche aus einer anderen Perspektive sehen und relativieren einige unserer „Probleme“.

Wels

Mein Weg führte mich vor 7 Jahren in die Vogelweide und jetzt für ein Jahr zu Ihnen und ich hoffe, dass wir beim Abschied im August 2017 sagen können: Durch unsere Begegnung sind wir im Glauben und als Gemeinschaft gewachsen und gestärkt worden.